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Samstag, 17. Januar 2009

Dürre 2008 im Irak

2008 war ein schlechtes Jahr für die irakische Landwirtschaft. Eine Dürreperiode verschaffte dem Land eine Getreideeinbuße von ca. 45 Prozent, im kurdischen Gebiet angeblich sogar 80 Prozent.

Im Winter und Frühjahr gab es wenig Niederschlag, so dass es schon die Saat schwer hatte, aufzugehen. Im Sommer tobten Sandstürme und eine Hitzewelle kam über das Land. Viele Flüsse führten kaum noch Wasser. Dazu tragen auch Staudämme der Nachbarländer Türkei, Iran und Syrien bei.

In der Folge muss der Staat viel Geld für Lebensmittelsubventionen ausgeben. Die Bauern bleiben keine Bauern, sondern verdienen ihren Lebensunterhalt mit anderen Aufgaben, z.B. als Sicherheitskraft.

Gefunden in der taz. Und in der NZZ.

Freitag, 9. Januar 2009

Wasserwirtschaft will im Ausland expandieren

Die Gemeinschaftsinitiative der Wasserwirtschaft und des Bundes, "German Water Partnership", will als zentrale Kontaktstelle für Anfragen aus dem Ausland der Wasserwirtschaft zur Expansion im Ausland verhelfen. Die beteiligten Firmen erhoffen sich einen erheblichen Anteil am "internationalen Zukunftsmarkt" - immerhin liegt Deutschland in dieser Export-Branche weltweit schon auf Platz 2 hinter den USA. (Pressemitteilung Bundesumweltministerium).

Ein Beispiel ist die Berlinwasser International, eine Tochter der Berlinwasser Holding, zu der auch die Berliner Wasserbetriebe gehören. Zusammen mit einem Saudi-arabischen Unternehmen will es Branchenführer im Mittleren Osten und Nordafrika werden und sieht einen Investitionsbedarf von 120 US-Dollar in den nächsten zehn Jahren. Dabei gilt die Region als eine der trockensten der Welt. Wasser ist dort eine besonders knappe und damit begehrte Resource.

Kritiker sehen in der Öffnung des Wassermarktes für private Unternehmen in dieser Region eine Gefahr für die Bevölkerung durch Preissteigerung.

Gefunden in der Islamischen Zeitung.

Dienstag, 30. Dezember 2008

Anbaugebiete in Drittländer gegen Wassermangel

Wie die NGO Grain berichtet (via Islamische Zeitung), erwerben immer mehr Länder (und Privatunternehmen) Anbauflächen in Drittländern, um "ihre Menschen zu einem guten Preis und mit anhaltender Sicherheit zu ernähren". Dies betrifft insbesondere Länder der arabischen Halbinsel wie Bahrain, Kuwait, Oman, Qatar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Wo soll angebaut werden:

Der Trend zur Auslagerung der Lebensmittelproduktion wurde bei einem Treffen des Golfkooperationsrates (GCC) angesprochen. Hier wurde die Idee einer „kollektiven Strategie der Auslagerung der Lebensmittelproduktion“ formuliert. Namentlich solle dies benachbarte muslimische Länder wie ­Pakistan oder den Sudan betreffen, wo die VAE und Saudi-Arabien rund 1.400.000 Hektar Land besitzen. Aber auch Länder in Südostasien, die Türkei, Kasachstan, Kambodscha, die Philip­pinen, Uganda, die Ukraine, Georgien und Brasilien sind „ins Visier“ der Golfstaaten geraten.


Was passiert, wenn der Trend anhält? Die Studie dazu:

Die umfassende Privatisierung der Lebensmittelproduktion führt zur Privatisierung der Förderung und Verteilung von Wasser, einer Ware, deren Nachfrage niemals nachlassen wird ...


So geht es dann nicht nur um Anbauflächen, sondern auch um Wasser, ein noch essentielleres Gut.

Und schließlich:

Was geschieht auf lange Sicht, wenn die Kontrolle über die Anbauflächen eines Landes fremden Staaten oder Investoren übertragen wird?